Morgenimpuls am 14. Mai 2020

Guten Morgen, alle zusammen.
Ich begrüße euch zu diesem Morgengebet mit dem Thema Frieden.
Wir beginnen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

In einem polnischen Friedenslied heißt es:
Unfriede herrscht auf der Erde. Kriege und Streit bei den Völkern und Unterdrückung und Fesseln zwingen so viele zum Schweigen.
In jedem Menschen selbst herrschen Unrast und Unruh ohn‘ Ende, selbst wenn wir ständig versuchen, Frieden für alle zu schaffen.
Lass uns in deiner Hand finden, was du für alle verheißen. Herr, fülle unser Verlangen, gib du uns selber den Frieden.
Refrain: Friede soll mit euch sein, Friede für alle Zeit! Nicht so, wie ihn die Welt euch gibt, Gott selber wird es sein.

Wir alle wissen, dass täglich irgendwo auf der Erde Krieg ist. Täglich leiden und sterben Menschen, weil kein Friede ist. In vielen Ländern der Erde und bei vielen Menschen gibt es keinen Frieden: Armut, Unterdrückung, Verfolgung, Streit, Fesseln, Gewalt, Ungerechtigkeit.
Auch in Europa, in Deutschland, wo seit 75 Jahren der Krieg zu Ende ist, (wir haben gerade am 8. Mai das Gedenken an das Kriegsende vor 75 Jahren gefeiert) herrscht kein Frieden: Terror und Gewalt auf unseren Straßen und bei Großveranstaltungen, Antisemitismus, Nationalismus, rechtspopulistisches und rechtsextremes Gedankengut, Ausgrenzung verschiedener Menschengruppen, Schmähungen und Hasskommentare  bei öffentlichen Veranstaltungen, Ausgrenzung, Mobbing und Hass in den sozialen Netzwerken …
Und auch in uns selbst und in unserer nächsten Umgebung herrschen oft Unzufriedenheit, Neid, Unruhe, Unrast, Hass, Lieblosigkeit, Unfriede.

Dieser Impuls lädt uns dazu ein um Frieden und Versöhnung zu beten, Frieden im Großen, Frieden im Kleinen, Frieden zwischen den Völkern und Nationen, zwischen den Religionen und Weltanschauungen, zwischen einzelnen Gruppen und Familien, Frieden hier in der Schule, in unseren Familien, im Kloster, in mir selbst.

Wir lesen einen Abschnitt aus der Bibel: Johannesevangelium 14, 26-27
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.

Erläuterung
Der Friede, von dem Jesus hier spricht, scheint nicht identisch zu sein mit dem Frieden, den Menschen sich landläufig darunter vorstellen. Dabei hat der Friede, den wir in der Welt brauchen, höchsten Stellenwert und er wird Jesus nicht gleichgültig sein. Doch von einem solchen, äußeren Frieden – dem Gegenteil vom Krieg – spricht Jesus nicht. Der Friede, den er seinen Jüngern verspricht, gründet tiefer und ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Er spricht von einer inneren Haltung, von Unverzagtheit und Ruhe. Beides gründet nicht in der Welt, sondern außerhalb von dieser, im Vater, von dem er spricht und zu dem er gehen wird. Wer diese Ruhe, wer diesen Frieden in sich trägt, der wird auch ein guter Bote für den weltlichen Frieden sein.

Nun beten wir gemeinsam ein Gebet um Frieden und Gerechtigkeit,
das Gebet der Vereinten Nationen (im Schulgebetbuch Nr. 186)
Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen,
dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,
nicht von Hunger und Furcht gequält,
nicht zerrissen in sinnloser Trennung

nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.
Gib uns Mut und die Voraussicht,
schon heute mit diesem Werk zu beginnen,
damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz
den Namen „Mensch“ tragen. Amen.

Mit einem Segensgebet für den Tag von Anselm Grün möchte ich schließen:
Segne mich, Guter Gott, und alles, was ich heute in die Hand nehme.
Segne meine Arbeit, damit sie gelingt und auch anderen zum Segen wird.
Segne meine Gedanken, damit ich heute gut über die Menschen denke.
Segne meine Worte, damit sie in ihnen Leben wecken und Frieden bringen.
Segne mein Leben, damit ich immer mehr das einmalige Bild verwirkliche, das du dir von mir gemacht hast.
Segne alle Menschen, die ich in meinem Herzen trage, du, der gütige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Ich wünsche euch einen guten und erfolgreichen, einen schönen und friedvollen Tag.
Schwester Hanna (Schulpastoral)

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