Morgenimpuls am 8. Mai 2020

Liebe Schulgemeinschaft,

Goethe mit Mundschutz, Luther mit Mundschutz, Papst Johannes XXIII. mit Mundschutz – sogar Jesus wird nicht mehr verschont:
Mit Mundschutz steht er jetzt da, als Eltern ihre Kinder zu ihm bringen, damit er sie segnet. „Haltet Abstand!“, fordert er sie auf. Und dann zeichnet er in den Sand einen Kreis um sich herum. „Zwei Meter! Mindestens einsfünfzig! Lasst die Kinder nicht dicht heran!“
Die Jünger freut es! Dass Jesus sogar Kinder in seiner Nähe duldet, ist ihnen schon lange ein Dorn im Auge. „Die Kinder sind nicht vorbereitet. Seit Wochen haben sie kaum Religionsunterricht gehabt. Und Gottesdienste? Allenfalls mal digital.“

Ihr wisst, dass es anders war. Jesus hat die Kinder gesegnet und ihnen Zukunft zugesagt. Er hat sie als Vorbild hingestellt. Wer das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, dem steht es offen.

Aber ganz unsinnig scheint es mir nicht, wenn Jesus in diesen Tagen mit Mundschutz dargestellt wird. Nicht, weil ich mir selber gerade einen Mundschutz aufgesetzt habe. Sondern weil Jesus in unsere Welt „hier und jetzt“ eingezeichnet werden kann. Und in diesen Tagen kommen Nahesein und Nächstenliebe auch durch Mundschutz und „Social Distancing“ zum Ausdruck.

Und später, vielleicht viel später, werden auch andere Erzählungen möglich sein. Vielleicht auch diese: Einmal brachten Kinder ihre dementen Urgroßeltern zu Jesus, damit er sie segnete. „Lasst das sein!“, fuhren die Jünger sie an. „Es herrscht hier striktes Kontaktverbot!“ Doch Jesus umarmte sie und segnete sie. … Es wird in Gottes Reich so sein.

In einem alten Gebet heißt es:
„Herr, du erforschest mich und kennest mich.
Von allen Seiten umgibst du mich
und hälst deine Hand über mir.“
Amen

Ihnen und euch ein gutes, von Gott gesegnetes Wochenende!

Arndt-Bernhard Müller

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