Morgenimpuls am 9. Juni 2020

08. Juni 2020 | Isabell Heck | Kategorien: Morgenimpuls

Guten Morgen, liebe Schülerinnen und Schüler!

Hört euch bitte einmal folgendes Lied an:

Rolling Stones und Morgenimpuls ….   geht das?  Vielleicht klingt das zunächst überraschend, aber wenn ihr euch den Titel „Living in a ghost town“ anschaut und dann auch noch anhört, merkt ihr gleich, das passt genau auf unsere aktuelle Situation. „Leben in einer Geisterstadt“  —  von den Rolling Stones mit viel Gespür in Musik und Bild dargestellt. „Life was so beautiful, then we all got locked down“ heißt es im Text, in der ersten Strophe. Wenn wir hier in Deutschland auch nicht den „Lockdown“ wie in Italien, Spanien oder Frankreich hatten, so haben wir doch alle die „geisterhafte“ Stimmung der leeren Städte und Gemeinden erlebt. Das Leben wurde heruntergefahren. Die Einkaufspassagen, die Schulen, die Sportstätten, die Spielplätze, ja sogar die Kirchen waren und sind auch immer noch gespenstisch leer. Die sozialen Kontakte sind immer noch auf ein Minimum reduziert und wir spüren, wie wichtig das Miteinander, wie wichtig der andere Mensch, wie wichtig Gemeinschaft ist.

Die „Stones“ haben mit ihrem Song genau diese Stimmung eingefangen. Die Musik kommt in Moll-Tönen daher, die Einwürfe „woah“ am Anfang und immer wieder zwischendurch klingen wie Hilferufe.  Die Mundharmonika spielt ein bluesiges, fast heulendes Solo und der bewusst eingesetzte Hall in der Mitte des Songs zeigt uns die „Leere“ in der Geisterstadt besonders deutlich. Dazu sieht man im Video schnell geschnittene Bilder leerer Innenstädte in „Fisheye-Optik“.

Der Song wurde übrigens schon kurz vor dem „Lockdown“ aufgenommen, aber angesichts der aktuellen Corona-Krise ergänzte und überarbeitete Mick Jagger einige Liedzeilen und der Song wurde erst dann veröffentlicht.

Und Gott in dieser Geisterstadt? Wir dürfen darauf vertrauen:
Er ist da, keine Leere, kein Gespenst, kein bloßes Echo unserer eigenen Stimme.

Herr Jesus Christus, bleibe bei uns
als das Licht in der Finsternis
als die Macht in unserer Ohnmacht
als das Leben in unserem Tod
als der Trost in unserem Leid
als die Kraft in unseren Versuchungen
als die Hoffnung in schweren Zeiten
als der Dur-Akkord in einer Geisterstadt.

Benno Hüer