Corona – Elterninformationen 26.03.2020

26. März 2020 | Schulleitung: F.-J. Hanneken | Kategorien: Aktuelles, Corona

Sehr geehrte Eltern unserer Schülerinnen und Schüler,

seit nunmehr fast zwei Wochen befinden sich Ihre Kinder daheim – und mein erster Wunsch dabei ist, dass Sie alle diese Zeit der erzwungenen Ruhe bewältigen, also eine gewisse Struktur gestalten und die nötigen organisatorischen Fragen für Ihre jeweilige häusliche Situation einigermaßen klären konnten und weiterhin können. Die Fachlehrerinnen und Fachlehrer der Kernfächer stehen über die jeweiligen Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer mit Ihren Kindern in Kontakt. Die unseres Erachtens plausiblen Maßgaben aus dem Kultusministerium (vor allem Art und Umfang der Aufgaben für die häusliche Arbeit betreffend) konnten insgesamt wohl umgesetzt werden. Die Rückmeldungen jedenfalls aus dem Kreis der Eltern wie aus dem Kollegium geben uns Anlass zu Gelassenheit. Sollte an einzelnen Stellen etwas nicht funktioniert haben, so bitte ich Sie, solchen Holprigkeiten mit entsprechend nachsichtiger Gelassenheit zu begegnen. Für dieses Miteinander auch auf Distanz darf ich an dieser Stelle allen Beteiligten, also der gesamten Schulgemeinschaft, sehr herzlich danken.

Bislang ist nicht absehbar, wie genau sich die Corona-Krise insgesamt und insbesondere in unseren Breiten entwickeln wird. Schon jetzt aber haben wir in der erweiterten Schulleitung einige terminliche Entscheidungen für das laufende Schuljahr getroffen:

  • Der Elternsprechtag wird vom 24./25. April auf Freitag, den 15. Mai, von 15.00 bis 18.00 Uhr, und Samstag, den 16. Mai, von 8.30 bis 11.00 Uhr, verschoben. (Dazu wird es noch eine gesonderte Einladung geben.)
  • Das für den 12. Juli geplante Sommerfest fällt aus. Der Entschluss ist uns nicht sehr leicht gefallen; wir haben uns aber von der Absicht leiten lassen, die zur Verfügung stehende Unterrichtszeit bis dahin eben auch von den nötigen Fest-Vorbereitungen in den Klassen und Tutorien freizuhalten.
  • Für die Zahl der noch zu schreibenden Klassenarbeiten und Klausuren wird es noch näher ausgearbeitete Beschränkungen geben. Zwar ist die Zeit bis zu den Zeugnissen noch lang genug für alle notwendigen Arbeiten. Deren Vorbereitung soll indes solide im Vorunterricht geleistet werden können. Uns ist bewusst, dass auch lernpsychologisch nach fünfwöchiger Pause (analog zur Unterbrechung, die mit den Sommerferien gegeben ist) nicht einfach im Stoff vorangeschritten werden kann, sondern Phasen der Wiederholung und der neuen Festigung eingeplant werden müssen.

Diese Regelungen gelten vorbehaltlich weiterer Entwicklungen. Wir werden flexibel reagieren und an dieser Stelle informieren.

Wenn der Sinn des derzeitigen Verbots jeglichen Schulbetriebs auch darin besteht, zur Vermeidung von Ansteckungen das Zusammenkommen in Gruppen zu verhindern, so kann doch die Notwendigkeit einer Notbetreuung gegeben sein – insbesondere dann, wenn eine erziehungsberechtigte Person in sogenannten kritischen Bereichen der Infrastruktur tätig ist (Gesundheit, Pflege, Polizei, Rettungsdienste u.a.). Das Kultusministerium sieht diese Möglichkeit für Kinder bis zum Jahrgang 8 einschließlich (jeweils von 8.00 bis 13.00 Uhr) vor, auch in der Zeit der Osterferien, bittet aber gleichzeitig darum, die Zahl der zu betreuenden Kinder möglichst gering zu halten. Sehr geehrte Eltern, falls Sie eine solche Betreuung benötigen, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung, am besten per Mail (schulleitung [at] gymnasium-leoninum-handrup.de). Wir werden gegebenenfalls auch individuelle Lösungen finden.

Ab der nächsten Woche sind Osterferien, aber in diesem Jahr wird sich der Wechsel im Alltag Ihrer Kinder nicht bemerkbar machen. Weitere Strukturen fehlen: Nicht allein die Schulen sind geschlossen, das öffentliche Leben ist zum Erliegen gekommen, Sportmöglichkeiten und andere Freizeitgestaltungen fehlen ebenso wie private Geselligkeit. Und das wohl älteste, die Zeit strukturierende Element fehlt, die öffentliche Liturgie. Nur die beängstigende Eigendynamik der Infektionszahlen legt sich in der Wahrnehmung über das Einerlei des All-täglichen. Umso wichtiger scheint es zu sein, das eigene Gepräge dieser vorösterlichen Zeit wahrzunehmen, die Vorbereitung auf das, was wir Ostern feiern: den Einbruch von Erlösung und Leben in unsere Zeit und in alle Unheilszusammenhänge. Bei aller Sorge um die Herausforderungen des Tages und bei aller Sorge um die Zukunft wünsche ich Ihnen von Herzen die Erfahrung SEINER Gegenwart –

und grüße herzlich aus Handrup,

Ihr

Franz-Josef Hanneken