Advent!

Ein ungewöhnlicher Anblick überrascht alle, die im Moment die Handruper Kirche besuchen. Beim – fast schon selbstverständlichen – Desinfizieren der Hände am Eingang fällt der Blick auf Maria und Josef, die sich aufmachen nach Betlehem. Die Reise wird noch einige Zeit dauern – aber sie sind unterwegs!

Der Weg durch den diesjährigen Advent ist anders: Auf einiges müssen wir verzichten. Wir machen uns nicht auf zum Weihnachtsmarkt, zur Adventsfeier, zur Handruper Roratemesse oder zum traditionellen Adventskonzert des Leoninums. Aber vielleicht kommen wir innerlich in Bewegung.

Dazu gibt es jeden Werktag einen kleinen Impuls der Schulpastoral: auf der Homepage und vormittags an der Leinwand in der Aula.

Einen guten Start in die Adventszeit wünscht Euch allen

Die Schulpastoral

Impuls für den Monat Oktober – Erntedank

Wer denkt nicht sofort an einen mit Erntegaben festlich geschmückten Ort, wenn er das Wort „Erntedank“ hört? Auf dem folgenden Bild ist ein solcher Ort zu sehen. Die Katholische Landjugend aus Handrup schmückte diesen Altar für einen Gottesdienst, der in der Aula unserer Schule gefeiert wurde. Es sind Erntegaben aus diesem Jahr sowie eine Erntekrone zu erkennen. Der Altar mag auch an einen Gabentisch erinnern. Am Geburtstag oder an Weihnachten gibt es solche Gabentische. Schon allein der Anblick löst Freude aus: da ist die große Fülle! Das pure Glück!

Im Oktober feiern wir ganz traditionell Erntedank. Selbstverständlich sind wir dabei dankbar für die Ernte dieses Jahres – auch wenn sie aufgrund des mittlerweile dritten Hitzesommers in Folge vielerorts deutlich geringer ausfiel. Beim Erntedank erinnern wir uns auch daran, dass Lebensmittel nicht im Supermarkt wachsen, sondern dort nur verkauft werden.

Heutzutage ist die kirchliche Erntedankfeier in den Gottesdiensten integriert. In vielen Gemeinden ist dieser Gottesdienst auch mit einer Solidaritätsaktion zugunsten hungernder Menschen verbunden.

In Bezug auf Erntedank kann jeder von uns einmal innehalten und über folgende Fragen nachdenken:

  • Für welche Samen, die aufgegangen sind, bin ich dankbar?
  • Trauere ich dem, was keine Frucht gebracht hat, zu viel nach?
  • Erkenne ich, wie wichtig ICH bin?
  • Lenke ich meinen Blick in Dankbarkeit auf das, was ich ernten darf?

Dankbarkeit ist kein Gebot, sondern eine Einsicht. Wir können die Geschenke Gottes nicht erwidern. Aber wir können seine Großzügigkeit anerkennen. Und im Umgang mit dem Geschenk würdigen wir den, der uns beschenkt hat. Ich bin davon überzeugt, dass ein solcher Lebensstil mit Dankbarkeit gegenüber Gott und auch gegenüber Menschen zunächst uns selbst und dann unsere Umgebung positiv verändert.

So lasst uns Gott für all die Gaben, die er uns schenkt, danken:

Gott, unser Vater,
du sorgst für deine Geschöpfe.
Du hast dem Menschen die Erde anvertraut.
Wir danken dir für die Ernte dieses Jahres.
Nähre damit unser irdisches Leben
und gib uns immer das tägliche Brot,
damit wir dich für deine Güte preisen
und mit deinen Gaben
den Notleidenden helfen können.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

Eine dankbare Zeit wünscht
Eure Schulpastoral (Isabell Heck)

Die ganze Schöpfung – Lobpreis Gottes

Im Jahr seiner Umwelt-Enzyklika „Laudato si“, 2015, hat Papst Franziskus den 1. September als Weltgebetstag um die Bewahrung der Schöpfung festgelegt. In diesem Jahr steht der von den Kirchen veranstaltete „Ökumenische Tag der Schöpfung“ unter dem Motto „Die ganze Schöpfung – Lobpreis Gottes“. Mit diesem Motto wird ein wesentliches Anliegen des Schöpfungstages verdeutlicht: Wir bekennen gemeinsam den Glauben an Gott, den Schöpfer. Der Glaube, dass Gott die Welt erschaffen hat, gehört zum Kern der christlichen Botschaft und verbindet alle Konfessionen miteinander.
Obwohl der Mensch die Schöpfung an den Rand der Erschöpfung bringt, hat die Welt ihren ursprünglichen Glanz, den Gott ihr verliehen hat, nicht verloren. Der Lobpreis des Schöpfers und die Verantwortung für die Schöpfung gehören untrennbar zusammen.
Der Schöpfungstag kann auch an einem anderen Tag innerhalb des Zeitraums vom 1. September bis 4. Oktober gefeiert werden.

So möchte ich mit dem Impuls im Monat September dieses Thema aufgreifen, welches das Zusammenwirken von Gott und Mensch in der Schöpfung betont.

Gebet: Vorbeter und Alle im Wechsel

Kehrvers: Gelobt seist du, Herr, mit allen deinen Geschöpfen

Gelobt seist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt und Ursprung allen Lebens. Alles hast du ins Dasein gerufen. Allem Lebendigen hauchst du Leben ein. Uns Menschen hast du die Sorge für die Schöpfung anvertraut. Dem Leben sollen wir dienen und dir, unserem Schöpfer.

Kehrvers: Gelobt seist du, Herr, mit allen deinen Geschöpfen

Gelobt seist du, Herr, unser Gott, du Weisheit aller Welt. Machtvoll entfaltet sich deine Weisheit. In Kraft und Milde ordnest du alles. Du durchwaltest die Welt mit deiner Güte. Du bist gegenwärtig in allem, was lebt. Und wer dich ehrlichen Herzens sucht, wird dich finden.

Kehrvers: Gelobt seist du, Herr, mit allen deinen Geschöpfen

Gelobt seist du, Herr, unser Gott, deine Liebe und Sorge ist uns Anker und Halt in den Stürmen des Lebens. Machtvoll sorgst du dich um alles, was lebt. Bis in Ewigkeit ordnest du alles in Liebe und Güte und vollendest das Leben in deiner Herrlichkeit.

Kehrvers: Gelobt seist du, Herr, mit allen deinen Geschöpfen

Wir beten für uns und alle Menschen:

  • Um die Bewahrung der Schöpfung und um einen guten Umgang mit den Gaben der Natur, dass wir nicht gedankenlos und verschwenderisch damit umgehen   Alle: Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Um den Schutz der Umwelt vor Ausbeutung, Zerstörung und Vergiftung   
  • Um den Einsatz für die Erhaltung und den Schutz der Tiere und Pflanzen
  • Um Geduld und einen langen Atem für die vielen jungen Menschen, die sich für die Verbesserung des Klimas unserer Erde einsetzen
  • Um den Willen und die Kraft für die Politiker, dass sie für den Erhalt der Schöpfung kämpfen

Gott, du liebst uns Menschen. Du hast uns geschaffen und erhältst unser Leben.
Die Schöpfung ist uns geschenkt als ein Ort des Lebens, als unsere Heimat, als unser gemeinsames Haus. Dir sei Dank und Lobpreis allezeit. Amen.

Schwester M. Hanna (Schulpastoral)

Räumlich getrennt – und doch gemeinsam

So wie wir das letzte Schuljahr anders, als wir es gewohnt waren, beendet haben, so starten wir auch jetzt in das neue Schuljahr anders als sonst. Das Corona-Virus bremst vieles aus. Statt zusammen in der Aula den Beginn des neuen Schuljahres zu feiern, mussten wir getrennt bleiben. Und doch konnten wir trotz der räumlichen Trennung einen Moment lang gemeinsam beten; denn wir alle sind durch das Gebet im Geiste miteinander verbunden.

Heute Morgen startete jede Klasse bzw. Tutorengruppe mit demselben Impuls in das neue Schuljahr. Stellvertretend für alle Klassen, Tutoren, Lehrer sowie Mitarbeiter des Klosters und der Schule entzündeten Schwester Hanna und Schwester Iphigenia jeweils eine Kerze im Meditationsraum:

Lasst uns beten für unsere Klasse,
dass jeder den andern achtet
,
dass wir freundlich miteinander umgehen,
dass wir hilfsbereit und ehrlich zueinander sind.

Lasst uns auch darum beten,
dass wir bereit sind zum Lernen,
dass jeder das Beste aus sich herausholt und
dass keiner dabei den anderen an die Wand drückt,
dass keiner mutlos wird, wenn er etwas nicht schafft.

Lasst uns beten für die Schüler der anderen Klassen;
für die neuen:
dass sie mit unserer Hilfe den Weg
in die Schulgemeinschaft finden,
dass sie sich in unserer Schule sicher fühlen;

für die jüngeren:
dass sie in ihrer Selbstsicherheit wachsen,
dass sie in unserem Verhalten ein Vorbild haben;

für die älteren:
dass sie zu einem guten Abschluss kommen,
dass die Schule ihnen hilft,          
zuversichtlicher in ihre Zukunft zu gehen.

Schulgebetbuch Nr. 182

Morgenimpuls am 13. Juli 2020

Liebe Schulgemeinschaft!

Ich begrüße euch zum Morgengebet – kurz vor den Ferien!

F E R I E N

Mit der Ferienzeit verbinden die meisten Menschen: Erholungszeit, Abschalten, Ausschlafen, Abenteuer, neue Erlebnisse und Erfahrungen, Lesen, Spiel und Sport, Familienzeit, Freizeit, die Seele baumeln lassen und vieles mehr. Die Ferienzeit ist auch Gottes-Zeit, wo ich Gottes Spuren in meinem Leben neu entdecken und mich daran freuen kann.

F



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N

Freie Zeit: eine Zeit, frei von Schule und Berufsarbeit; eine Zeit, mir geschenkt für Dinge, die mir Freude machen, für Menschen, die mir wichtig sind …

Einladung: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus“ (Mk 6, 30); diese Worte Jesu laden mich ein, bei ihm Ruhe zu finden, mit ihm ins Gespräch zu kommen, seine Nähe und Wertschätzung zu spüren; eine Kapelle oder Kirche aufsuchen, still werden, dem Gott meines Lebens lauschen, aufatmen …

Radfahren: ist gesund für Leib und Seele, macht den Kopf frei und fördert die Entspannung, ist umweltschonend und macht Spaß …     

I-Phone: zurzeit der beliebteste Gebrauchsgegenstand vieler Menschen; multifunktional: telefonieren, E-Mail, Internet, Musik hören, Fotos machen, chatten mit Freunden, Taschenlampe, erweiterter Taschenrechner, spielen … Wieviel das I-Phone in den Ferien zum Einsatz kommt, ist sicher eine Überlegung wert …

Energie: ich spüre neue Kräfte in mir wachsen, Freiheit, Freude, Kreativität, Tatendrang, Motivation …  

Nichtstun: es ist nicht einfach nichts zu tun; in den Ferien kann ich es neu ausprobieren, denn es macht mich frei; einfach auf der Wiese liegen und in den Himmel schauen …

Ich wünsche euch, dass ihr in den Ferien trotz „Corona“ einiges davon wahrmachen und erleben könnt.

Wir beten das Gebet Nr. 139 aus dem Schulgebetbuch

Guter Gott,
du zeigst uns, wie groß und weit deine Welt ist, wie reich und bunt unser Leben ist.
Locke uns heraus aus unserer verplanten Zeit, aus unseren Gewohnheiten, damit wir gerade in dieser Zeit der Ruhe uns selbst entdecken und neue Wege finden.
Lass uns die Stille neu spüren, damit wir unsere Augen öffnen für all das Schöne in dieser Welt, das du uns geschenkt hast.
Schenke uns ein offenes Herz für diese freie Zeit, damit wir das tun, was wir können, was uns freut und glücklich macht.
Guter Gott, du bist immer da, du kennst uns, du hast uns lieb. Egal, wo wir sind, du gibst uns Sicherheit, du hältst uns in deiner Hand geborgen.
In diesem Vertrauen bitten wir um deinen Segen für unsere Sommerferien.
So segne uns Gott, der unsere Wege begleitet. Amen.

Schwester Hanna

Morgenimpuls am 10. Juli 2020

Der Sommer schmeckt nach…

Freiheit… und Eis-Creme

Bild: https://www.goodfon.com/wallpaper/ice-cream-beach-sand-summer.html

Sommerzeit ist Ferien und Urlaubszeit – raus aus dem Alltag, hinein in die Freiheit. Jeder braucht sie, diese Unterbrechung, diese Pause, in der die festen Regeln von Arbeit, Studium oder Schule nicht gelten.
Ein Stück Zeit, das ich mir frei einteilen und füllen kann, mit dem was mir wichtig ist und gut tut.
Dieser Impuls beschäftigt sich mit Gedanken rund um das Thema „Sommer, Sonne, Freiheit“. Wir brauchen diese freien Zeiten mit ihren Erlebnissen, um auszuruhen und aufzutanken. Im Leben wird es immer wieder mal eng und anstrengend, wir meinen, die Dinge wachsen uns über den Kopf, unsere Kraft sei aufgebraucht. Wie gut ist es dann, wenn es uns gelingt für Pausen und Unterbrechungen zu sorgen, wenn es gelingt neue Freiheit zu finden.

„Wir gingen durch Feuer und durch Wasser.
Doch du hast uns in die Freiheit hinaus geführt.“ Psalm 66

Dieser kurze Text aus der Bibel erzählt davon, dass Freiheit nicht einfach da ist.
Sie will gesucht, geschenkt und oft auch erkämpft werden.
Besonders in diesem Sommer müssen wir die Freiheit suchen. Viele Reisen in Urlaubsländer sind noch nicht möglich. In den Freibäder müssen wir Abstand halten. Auch unsere Eis-Creme müssen wir vorerst einzeln genießen…
Und dennoch: Der Text erzählt davon, dass Gott an der Seite der Menschen zu finden ist, die eine große Sehnsucht nach der Freiheit haben und diese nicht aufgeben.

So lasst uns gemeinsam folgendes Gebet sprechen:

Zauberwort „Freiheit“,
das meinen Gedanken Flügel verleiht.
Frei sein von Zwängen und unliebsamen Pflichten,
frei sein von Bevormundung und Bindung an Autoritäten,
frei sein von Müssen und Sollen.
Frei sein …

Die Flügel meiner Freiheit tragen mich weit:
weg von hier – doch wohin?
Frei sein, Neues anzupacken,
frei sein, Ordnung, Freiraum zu stiften,
frei sein, mich in Dienst nehmen zu lassen.
Frei sein von mir, frei sein für andere.
Frei sein …

Zur Freiheit bin ich befreit – durch Christus,
zur Freiheit, ja oder nein zu sagen – auch zu ihm.
Zur Verantwortung meiner Freiheit bin ich befreit,
zum Tun meiner Freiheit – in Liebe.
Freiheit, das ist Gottes Wagnis mit mir.

Amen

In diesem Sinne wünsche ich euch einen angenehmen Start in den Tag und ein schönes Wochenende!

Philbert Kühn