Morgenimpuls am 13. Juli 2020

Liebe Schulgemeinschaft!

Ich begrüße euch zum Morgengebet – kurz vor den Ferien!

F E R I E N

Mit der Ferienzeit verbinden die meisten Menschen: Erholungszeit, Abschalten, Ausschlafen, Abenteuer, neue Erlebnisse und Erfahrungen, Lesen, Spiel und Sport, Familienzeit, Freizeit, die Seele baumeln lassen und vieles mehr. Die Ferienzeit ist auch Gottes-Zeit, wo ich Gottes Spuren in meinem Leben neu entdecken und mich daran freuen kann.

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Freie Zeit: eine Zeit, frei von Schule und Berufsarbeit; eine Zeit, mir geschenkt für Dinge, die mir Freude machen, für Menschen, die mir wichtig sind …

Einladung: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus“ (Mk 6, 30); diese Worte Jesu laden mich ein, bei ihm Ruhe zu finden, mit ihm ins Gespräch zu kommen, seine Nähe und Wertschätzung zu spüren; eine Kapelle oder Kirche aufsuchen, still werden, dem Gott meines Lebens lauschen, aufatmen …

Radfahren: ist gesund für Leib und Seele, macht den Kopf frei und fördert die Entspannung, ist umweltschonend und macht Spaß …     

I-Phone: zurzeit der beliebteste Gebrauchsgegenstand vieler Menschen; multifunktional: telefonieren, E-Mail, Internet, Musik hören, Fotos machen, chatten mit Freunden, Taschenlampe, erweiterter Taschenrechner, spielen … Wieviel das I-Phone in den Ferien zum Einsatz kommt, ist sicher eine Überlegung wert …

Energie: ich spüre neue Kräfte in mir wachsen, Freiheit, Freude, Kreativität, Tatendrang, Motivation …  

Nichtstun: es ist nicht einfach nichts zu tun; in den Ferien kann ich es neu ausprobieren, denn es macht mich frei; einfach auf der Wiese liegen und in den Himmel schauen …

Ich wünsche euch, dass ihr in den Ferien trotz „Corona“ einiges davon wahrmachen und erleben könnt.

Wir beten das Gebet Nr. 139 aus dem Schulgebetbuch

Guter Gott,
du zeigst uns, wie groß und weit deine Welt ist, wie reich und bunt unser Leben ist.
Locke uns heraus aus unserer verplanten Zeit, aus unseren Gewohnheiten, damit wir gerade in dieser Zeit der Ruhe uns selbst entdecken und neue Wege finden.
Lass uns die Stille neu spüren, damit wir unsere Augen öffnen für all das Schöne in dieser Welt, das du uns geschenkt hast.
Schenke uns ein offenes Herz für diese freie Zeit, damit wir das tun, was wir können, was uns freut und glücklich macht.
Guter Gott, du bist immer da, du kennst uns, du hast uns lieb. Egal, wo wir sind, du gibst uns Sicherheit, du hältst uns in deiner Hand geborgen.
In diesem Vertrauen bitten wir um deinen Segen für unsere Sommerferien.
So segne uns Gott, der unsere Wege begleitet. Amen.

Schwester Hanna

Morgenimpuls am 10. Juli 2020

Der Sommer schmeckt nach…

Freiheit… und Eis-Creme

Bild: https://www.goodfon.com/wallpaper/ice-cream-beach-sand-summer.html

Sommerzeit ist Ferien und Urlaubszeit – raus aus dem Alltag, hinein in die Freiheit. Jeder braucht sie, diese Unterbrechung, diese Pause, in der die festen Regeln von Arbeit, Studium oder Schule nicht gelten.
Ein Stück Zeit, das ich mir frei einteilen und füllen kann, mit dem was mir wichtig ist und gut tut.
Dieser Impuls beschäftigt sich mit Gedanken rund um das Thema „Sommer, Sonne, Freiheit“. Wir brauchen diese freien Zeiten mit ihren Erlebnissen, um auszuruhen und aufzutanken. Im Leben wird es immer wieder mal eng und anstrengend, wir meinen, die Dinge wachsen uns über den Kopf, unsere Kraft sei aufgebraucht. Wie gut ist es dann, wenn es uns gelingt für Pausen und Unterbrechungen zu sorgen, wenn es gelingt neue Freiheit zu finden.

„Wir gingen durch Feuer und durch Wasser.
Doch du hast uns in die Freiheit hinaus geführt.“ Psalm 66

Dieser kurze Text aus der Bibel erzählt davon, dass Freiheit nicht einfach da ist.
Sie will gesucht, geschenkt und oft auch erkämpft werden.
Besonders in diesem Sommer müssen wir die Freiheit suchen. Viele Reisen in Urlaubsländer sind noch nicht möglich. In den Freibäder müssen wir Abstand halten. Auch unsere Eis-Creme müssen wir vorerst einzeln genießen…
Und dennoch: Der Text erzählt davon, dass Gott an der Seite der Menschen zu finden ist, die eine große Sehnsucht nach der Freiheit haben und diese nicht aufgeben.

So lasst uns gemeinsam folgendes Gebet sprechen:

Zauberwort „Freiheit“,
das meinen Gedanken Flügel verleiht.
Frei sein von Zwängen und unliebsamen Pflichten,
frei sein von Bevormundung und Bindung an Autoritäten,
frei sein von Müssen und Sollen.
Frei sein …

Die Flügel meiner Freiheit tragen mich weit:
weg von hier – doch wohin?
Frei sein, Neues anzupacken,
frei sein, Ordnung, Freiraum zu stiften,
frei sein, mich in Dienst nehmen zu lassen.
Frei sein von mir, frei sein für andere.
Frei sein …

Zur Freiheit bin ich befreit – durch Christus,
zur Freiheit, ja oder nein zu sagen – auch zu ihm.
Zur Verantwortung meiner Freiheit bin ich befreit,
zum Tun meiner Freiheit – in Liebe.
Freiheit, das ist Gottes Wagnis mit mir.

Amen

In diesem Sinne wünsche ich euch einen angenehmen Start in den Tag und ein schönes Wochenende!

Philbert Kühn

Morgenimpuls am 8. Juli 2020 – Ronaldo und Messi … unglaubliche Talente

goal.com (2019) Zugriff am 16.06.2020 unter:  https://www.goal.com/de/meldungen/cristiano-ronaldo-lionel-messi-date-endlich-gemeinsames/cxrup7lz51ms1kvsc2buwtxfm

Liebe Schulgemeinschaft,

ja, viele von uns würden gerne so gut sein in ihrer Sportart, wie die beiden es sind. Sie sind so weit gekommen und sind Stars auf der ganzen Welt. Wenn ihre Namen genannt werden, wissen wir ganz genau, um wen es sich dabei handelt und wie sie Fußball spielen. Lionel Messi und Cristiano Ronaldo haben ein großes Talent und haben dieses Talent genutzt und ausgebaut. Sie haben jahrelang trainiert, auch Niederlagen erlitten und weiter gemacht. Sie haben niemals aufgegeben…

Aber was heißt es eigentlich Talente zu haben vielmehr sie zu nutzen?

Ein Talent ist eine besondere Begabung, Gabe, Fähigkeit und Eigenschaft, die uns Gott geschenkt hat. Sie machen uns wertvoll, unverwechselbar und kostbar. Deine Talente unterscheiden sich von den Talenten deiner Mitmenschen, weil sie einzigartig sind. Jeder von uns ist ein einzigartiger Mensch mit ganz bestimmten Talenten.

Was ist dein besonderes Talent?

Kannst du besonders gut jemandem zuhören, zeichnen, rechnen oder ist es doch deine Zielstrebigkeit und dein Ehrgeiz?
Kannst du dich gut in andere Leute hineinversetzen, bist du besonders tier- oder pflanzenlieb oder bist du vielleicht besonders gut in einer Sportart?
Mit unserer Einzigartigkeit, mit unseren besonderen Talenten können wir viel mehr erreichen, als wir vielleicht manchmal von uns denken.
„Du bist einzigartig. So wie du bist, so wie du bist, so wie du bist.“

Davon spricht der Musiker Dame und motiviert uns, daran festzuhalten, was wir können:

Wir sind einzigartig!

Ein Talent zu haben, bedeutet nicht, dass man immer besser sein muss als andere oder sich an anderen zu messen. Talente zu haben ist ein Geschenk Gottes, welches wir für uns selbst schätzen lernen sollten, es nutzen und für andere einsetzen (vgl. Mt 25, 14-30).
Nutzen? Ja, dieses Geschenk Gottes sollst du mit Achtsamkeit annehmen und ausbauen. Nehmen wir uns ein Beispiel an Ronaldo und Messi. Sie sind mit ihren Talenten geboren – so wie du und ich mit unseren Talenten. Sie haben es wahrgenommen, akzeptiert und ausgebaut, indem sie an sich geglaubt haben und stetig daran gearbeitet haben. Nun sind sie zu dem geworden, was sie heute sind!
Vielleicht kommen wir nicht so hoch wie die beiden, aber das ist auch nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es, unsere eigenen Talente selbst in die Hand zu nehmen und diese einzigartigen Fähigkeiten zu nutzen und andere Menschen daran teil haben zu lassen. Gott liebt uns und hat uns eine Grundlage für ein glückliches Leben geschenkt; er hat uns so gemacht, wie er uns haben will.
Aber oft sind wir unzufrieden mit uns. Wir wollen besser singen, besser im Sport sein, eine Aufgabe in kürzerer Zeit lösen können. Wir wollen auf das schauen, was uns gegeben wurde, und nicht auf das, was er anderen gegeben hat.

Also: Glaub an dich und an das, was du mit deinen Talenten erreichen kannst!

Gott, dafür danken wir Dir und bitten Dich, dass Du uns darin unterstützt.

Guter Gott,
du hast mir wertvolle Talente gegeben,
die ich oft nicht sehe oder wahrnehmen möchte.
Viele Menschen kommen zu Erfolg und Ansehen,
dagegen fühle ich mich oft klein und wirkungslos.
Du aber setzt auf mich, du vertraust mir und du willst meinen Einsatz in deiner Welt.
Du hast mir Talente anvertraut, dass ich sie sinnvoll entfalte und vermehre.
Ich darf auch zu meinen Grenzen ja sagen, immer weiß ich mich von dir geliebt und geachtet.
Ich danke dir für dein Vertrauen und dass du mich nicht im Stich lässt.
Ich danke dir für diese einzigartige Aufgabe, die du mir gegeben hast.
Gib mir die Kraft, an meine Einzigartigkeit zu glauben.
Gib mir die Kraft, an meine Talente zu glauben.
Wenn ich an dich glaube,
wird mein Leben gelingen.

Ich wünsche euch eine Aufmerksamkeit gegenüber euren besonderen Fähigkeiten und dass ihr nicht aufhört, an euch zu glauben!

Monika Grabowski

Morgenimpuls am 6. Juli – Bayern holt das Double!

Guten Morgen zusammen!

Am vergangenen Samstag gewann der FC Bayern München das DFB-Pokalfinale gegen Bayer 04 Leverkusen mit 4:2 und machte damit das Double perfekt. Fußballinteressierte wissen, dass bei Turnieren die spannendsten Spiele erst ab dem Achtelfinale beginnen. Ob Welt-, Europameisterschaft oder Champions-League: Wenn die Gruppenphase vorbei ist, dann kommt erst so richtig Feuer ins Spiel. Denn ab dem Achtelfinale geht es um die Wurst. Wer hier verliert, fliegt raus. Ein einziges Spiel entscheidet: Weiterkommen in die nächste Runde oder heimfahren. Vorher, in der Gruppenphase, konnte man noch taktieren. Man durfte auch mal verlieren oder unentschieden spielen. Erst am Ende wurden Punkte und Tore gezählt. Jetzt ist jedes Spiel ein Endspiel. Die Entscheidung fällt jetzt.

Dieser Seitenblick auf den Fußball hilft mir, besser zu verstehen, was Jesus mit dem Satz gemeint hat: „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ (Lk 12,49) Ungewöhnlich flammende Worte spricht er zu seinen Jüngern. Es geht um den Endkampf. Um die Entscheidung. Das Feuer ist schon auf die Erde geworfen, die Flamme schon entfacht. Bald wird sie auflodern und eure Herzen in Brand setzen. Es ist das Feuer der Entscheidung, des Gerichts, der Läuterung. Diesem Feuer könnt ihr nicht ausweichen. Es fordert euch heraus. Ihr müsst euch entscheiden. Und das kostet seinen Preis. Es bleibt nicht friedlich und gemütlich. Entscheidung kann Spaltung bedeuten. Und der Riss kann mitten durch euer Leben, durch eure Familie gehen.

Für uns klingen diese Worte fremd. Sie spiegeln noch ein wenig von der Zeit der frühen Christen, als es Bekehrungen gab und Verfolgungen, als man sich entscheiden musste und losreißen vom alten Glauben. Kein Thema mehr für uns heute! Wir sind aufgewachsen als Christen. Sind mit dem Glauben alt geworden. Da braucht es keine Entscheidungen. Uns muss man nicht anfeuern. Oder doch?

Das Bild vom Feuer spielt in der Bibel eine auffällige Rolle. Johannes der Täufer sagte einmal: „Ich taufe euch mit Wasser zur Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich… Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ (Mt 3,11). Kein Zufall auch, dass das Bild von Feuerzungen verwendet wird, um zu schildern, wie die Apostel vom Heiligen Geist erfüllt wurden. Ja, Gott selbst, so heißt es in der Bibel, ist wie ein verzehrendes Feuer (Dtn 4,24; Hebr 12,29).

In diesen Bildern drückt sich die Erfahrung aus, dass die Begegnung mit Gott nicht etwas Harmloses oder Alltägliches ist. Sie trifft bis ins Mark. Sie brennt wie Feuer. In dieser Begegnung schmilzt alles Nebensächliche und Belanglose.

Blaise Pascal, einer der größten Philosophen und Mathematiker der 17. Jahrhunderts, hatte so eine Gotteserfahrung gemacht. Er schrieb sich einen Merkzettel, um diesen Augenblick nie zu vergessen. Dieses sogenannte „Memorial“ nähte er in seine Jacke ein, wo es ein Diener nach seinem Tode fand. Am Anfang nennt er die genaue Zeitangabe: Montag, 23. November 1654, halb elf bis ungefähr eine halbe Stunde nach Mitternacht. Dann folgt in Großbuchstaben das Wort FEU – Feuer. Und dann fährt er fort: „Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Philosophen und Gelehrten. Gewissheit, Gewissheit, Empfinden: Freude, Friede…“ Der Text geht noch weiter, aber ich hänge vor allem an dem ersten Wort: Feuer. Die Begegnung mit Gott, die mit Worten nicht zu beschreiben ist, drückt sich bildhaft aus als Berührung mit dem Feuer.

Vielleicht fehlt uns noch etwas in unserem Glauben, wenn wir davon nie etwas gespürt haben. Wenn immer alles lauwarm und wohltemperiert geblieben ist. Wenn nie eine Entscheidung getroffen wurde, nie das Herz gebrannt hat. Dem hl. Augustinus wird das Wort zugeschrieben: „In dir muss brennen, was du in andere entzünden willst“.

So lasst uns gemeinsam Gott bitten, uns mit seinem Feuer zu erfüllen:

Gott des Lebens
du bist Feuer und Flamme für uns
erfülle uns
mit deiner glühenden Liebe
damit der Funke überspringt
und unsere Sehnsucht entfacht

stecke uns an
mit deiner glühenden Liebe
damit neue Hoffnung aufflackert
und wir Leuchtkraft entfalte
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begeistere uns
mit deiner glühenden Liebe
damit wir immer mehr brennen für dich
und Brücken des Friedens und der Versöhnung bauen

stärke uns
mit deiner glühenden Liebe
damit wir langen Atem bewahren
und Feuer und Flamme bleiben für dich

Amen

Ich wünsche euch allen einen schönen Start in den Tag und eine gute Woche!

Isabell Heck

Morgenimpuls am 3. Juli 2020

Allen einen schönen guten Morgen,

es wäre schön, wenn wir heute Morgen kurz darüber nachdenken, ob es jemanden gibt, der gerade heute unsere Hilfe brauchen könnte.
Vielleicht gibt es jemanden, bei dem sich eigentlich alle einig sind: Die/der ist blöd,die/den lädt keiner ein, mit der/dem will keiner was zu tun haben.
Oft ist es bequem, wenn wir uns der Mehrheit anschließen, dann fallen wir nicht auf, dann ist die Chance groß, dass alle uns mögen. Aber manchmal muss man auch anecken, darf nicht Mainstream sein, darf nicht mit den Wölfen heulen, wie Jesus Christus das oft genug bewiesen hat.
Manchmal ist es nötig, dass wir anderer Meinung sind als die Mehrheit und dass wir anders handeln als die Mehrheit und vielleicht auch anders, als alle das von uns erwarten.
Dazu gibt es ein sehr treffendes Gedicht/Gebet von Lothar Zenetti, das häufig auch schon (wenn auch falsch) Franz von Assisi zugeschrieben wurde. Der Text findet sich auch in unserem Schulgebetbuch, Nr. 116. Das Gedicht haben die Liedermacher Konstantin Wecker und Reinhard Mey, wie ich finde, großartig vertont. Auf dem Link auf youtube findet ihr die Fassung aus der CD „Mairegen“ von Reinhard Mey:

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen.
Was keiner sagt, das sagt heraus.
Was keiner denkt, das wagt zu denken.
Was keiner anfängt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen.
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein.
Wann alle zweifeln, wagt zu glauben.
Wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken.
Wo alle spotten, spottet nicht.
Wo alle geizen, wagt zu schenken.
Wo alles dunkel ist, macht Licht.

Reinhard Mey und Konstantin Wecker haben eine Strophe weggelassen, die mit dem deutlich christlichen Inhalt:

Das Kreuz des Jesus Christus
Durchkreuzt was ist
und macht alles neu.

Der Gebet drückt die Hoffnung aus, dass irgendwann „alles neu“ wird. Das setzt aber voraus, dass wir in bestimmten Situationen „Nein“ sagen. Es ist nicht leicht, aber manchmal muss man gegen den Strom schwimmen.

Euch allen einen schönen Tag hier am Leoninum.

Thomas Kock

Morgenimpuls am 1. Juli 2020 – Freiheit

Guten Morgen!

Am heutigen Morgen wollen wir uns mit dem Thema Freiheit beschäftigen. Hierzu möchten wir euch bitten, den Morgenimpuls mit diesem YouTube Video zu starten:

„Freiheit“ verbindet Menschen auf der Welt! „Freiheit“ trennt Menschen auf der Welt!

Der Pop-Musiker Pharrell Williams beschäftigte sich in seinem 2015 erschienenen Song „Freedom“ mit genau dieser Thematik. Wie kommt der Mensch zur Freiheit? Wie komme ich zur Freiheit?

Hold on to me
Don’t let me go
Who cares what they see?
Who cares what they know?
Your first name is ‚Free‘
Last name is ‚Dom‘
We choose to believe
In where we’re from
Man’s red flower
It’s in every living thing
Mind, use your power
Spirit, use your wings
Freedom (6x)

Hold on to me
Don’t let me go
Cheetahs need to eat
Run, antelope
Your first name is ‚King‘
Last name is ‚Dom‘
‚Cause you still believe
In everyone
When a baby first breathes
When night sees sunrise
When the whale hunts in the sea
When man recognizes
Freedom (5x)
Breathe in

We are from heat
The electric one
Does it shock you to see
He left us the sun?
Atoms in the air
Organisms in the sea
The son and, yes, man
Are made of the same things
Freedom (8x)

Halte dich an mir fest.
Lass mich nicht los.
Wen kümmert es, was sie sehen?
Wen kümmert es, was sie wissen?
Dein Vorname ist „Frei“
Dein Nachname ist „Heit“
Wir entschließen uns, an das zu glauben, wo wir herkommen.
Die rote Blume eines Mannes.
Sie ist in jedem Lebewesen.
Gedanken, benutzt eure Kraft.
Geist, benutze deine Flügel.
Freiheit (6x)

Halte dich an mir fest.
Lass mich nicht los.
Geparden müssen essen.
Renne, Antilope.
Dein Vorname ist „König“
Dein Nachname ist „Reich“
Denn du glaubst immer noch
an jeden.
Wenn ein Baby seinen ersten Atemzug nimmt.
Wenn die Nacht den Sonnenaufgang sieht.
Wenn der Wal springt.
Wenn der Mann erkennt.
Freiheit! (5x)
Atme ein.

Wir kommen von der Hitze.
Der elektrischen.
Schockiert es dich, zu sehen, dass
er uns die Sonne überlassen hat?
Atome in der Luft.
Organismen im Meer.
Die Sonne, und auch der Mann
sind aus den selben Dingen gemacht.
Freiheit! (8x)

Pharrell Williams richtet seinen Song an die Freiheit, Frau „Frei Heit“. Es ist eine Liebeserklärung ungewöhnlicher Art. Um diese beeindrucken zu können, sollen wir zu unseren Wurzeln zurückkehren. Wir sollen überzeugt sein von unserer Zugehörigkeit, denn sie ist keine einfache Tatsache. Wir sollen sie glauben und leben.
Mit der Entdeckung des Feuers, der „man`s red flower“, gewann der Mensch eine gewisse Unabhängigkeit; eine gewisse Freiheit. Jedoch nicht ohne Gefahr. Zudem weist Pharrell Williams darauf hin, dass jedes Lebewesen dieselben Chancen hat und man sich nur trauen muss, “seine Flügel auszubreiten“.
Er fordert uns auf, unseren Verstand ohne Ausbeutung Schwächerer zu nutzen. Wir sollen ihn jeden Tag und immer wieder auf`s Neue kraftvoll im Vertrauen auf „den Einen“ bei all unseren Handlungen einsetzen!

Privataufnahme

Die Bilder, die hier zu sehen sind, wurden von dem Künstler Friedrich Swoboda gemalt und sind zwischen 1983 und 1985 entstanden. Swoboda malte diese zu einer Zeit, in der gerade eine künstliche Ernährung nur durch Pillen im Gespräch war. Vielleicht wollte er durch die Rohre eine gewisse Abhängigkeit an diese darstellen? Die Menschen, die zu erkennen sind, können nicht von den Rohren weg und fühlen sich von ihnen gefangen. Ihre Freiheit ist bedroht.

Nun wollen wir dieses Gebet sprechen und Gott um Freiheit bitten:

Lieber Gott,
ich danke dir,
dass ich in einem Land leben darf,
in dem ich mich frei bewegen darf,
meine eigene Meinung haben darf
und keiner Willkür ausgesetzt bin.
Dass ich in Frieden leben darf
ohne Kriege,
ohne tägliche Gewalt
und Angst vor dem nächsten Tag.
Es ist vielleicht nicht alles perfekt,
aber im Vergleich zu der Situation
in vielen, vielen anderen Ländern …
Segne alle Menschen,
denen es nicht so gut geht.
Die Tag für Tag Angst haben müssen
um ihr eigenes Leben,
um das Leben ihrer Familie.
Amen

Schüler aus dem Jahrgang 12

Morgenimpuls am 30. Juni 2020 – Keine Veränderungen? – Jetzt wird's Zeit!

Nichts hat sich geändert.
Bin am Morgen aufgewacht und hab mich gefragt:
„Bringt das Leben noch was oder mach ich Schluss mit dem S*****?“
Arm sein geht mir auf den S*** und ’n Schwarzer bin ich auch noch!
Weil ich nicht verhungern will, muss ich klauen.
Die Bullen geben ’n S***** auf N*****!
Den Kindern machst du’s vor, ach – juckt eh keinen A****.
Ein Sozialhilfeschlucker weniger!

Guten Morgen zusammen!

Einige von euch werden das Lied „Changes“ von 2Pac sicherlich kennen. Es ist zwar schon etwas älter, aber der Inhalt des Textes ist aktueller denn je. Gerade der Vorfall in den USA um George Floyd lässt sich auf die Zeilen des Liedes beziehen.

Hier könnt ihr es euch noch einmal anhören:

Mit den vielleicht etwas brutal ausgedrückten Zeilen aus dem Lied „Changes“ setzte der Rapper schon damals 1998, auch nach seinem Ableben, ein Zeichen gegen Rassismus.
Aber ist es nicht erschreckend, dass es in der heutigen Zeit, auch 22 Jahre nach Veröffentlichung des Liedes noch zu genau solch schrecklichen Taten, wie sie in dem Lied beschrieben werden, kommt?
Rassismus zieht sich schon durch die ganze Weltgeschichte. Es ist traurigerweise schon immer ein Teil der Gesellschaft gewesen. Manchmal bekommt man selbst eine solche Situation, in der sich rassistisch geäußert wird, mit oder äußert sich selber, vielleicht auch unbewusst, rassistisch gegenüber anderen. Oft meinen wir es nur als Spaß, vielleicht auch durch Unwissenheit, aber wir denken viel zu selten darüber nach, ob wir unser Gegenüber damit verletzen. Gerade in dieser Zeit nach dem Tod von George Floyd, wo tausende Menschen gegen Rassismus demonstrieren und zu einer „Black Lives Matter“ Bewegung aufrufen ist es nicht nur wichtig, sich in der Masse gegen Rassismus auszusprechen.
Es fängt schon damit an, dass wir keine Witze mehr auf Kosten anderer machen oder einfach mal zu den Menschen stehen, die diskriminiert werden. Oft genug können wir uns an die eigene Nase fassen, um etwas zu verändern. Dafür muss nicht erst so eine Schreckenstat wie in den Vereinigten Staaten passieren, damit die Menschen wieder auf den Rassismus aufmerksam werden.

Gemeinsam möchten wir nun um Gottes Beistand bei unseren Vorhaben bitten:

Vielfalt,
Akzeptanz!
In der Gesellschaft – in meinem Leben.
In der Liebe – in meiner Liebe.
Im Glauben – in meinem Glauben.
Herr, wir dürfen vor dir stehen, wie wir sind.
Dafür danken wir dir.
Segne uns mit deinem vielfältigen Segen,
werde unter uns Mensch und sei bei uns,
wenn wir uns für eine plurale Gesellschaft engagieren.
Amen

In diesem Sinne wünschen wir euch einen guten Start in den Tag!

Pauline Siegbert und Henrik Lucas