Vortrag zum Thema “Organspende”

Am Montag, dem 20. Juli, hielt Dr. Wilhelm-Alfred Stertmann, Transplantationsbeauftragter am Uniklinikum Gießen,organspende15b für die Jahrgänge 10 und 11 in der Aula einen informativen und spannenden Vortrag zum Thema “Organspende”. Der Vortrag stand im Zusammenhang mit einer Informationskapagne des Bundesgesundheitsministeriums zur Bewusstmachung der aktuellen Organspendeproblematik.

Der Kontakt wurde hergestellt durch die Gemeinde Hopsten-Schale, die sich anlässlich ihres 1125-jährigen Bestehens das Ziel gesetzt hat, 1125 Organspender zu rekrutieren. Mit dem Ziel die wichtige Aufklärung voranzutreiben, besuchen Verantwortliche der gemeinde mit diesem Thema Schulen in einem Umkreis von 20 km. organspende15c

Einblicke in die Welt der Literatur – Text des Monats Juli

Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werther

Am 10. Mai (Brief)

Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße. Ich bin allein und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist wie die meine. Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, daß meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken. Wenn das liebe Tal um mich dampft, und die hohe Sonne an der Oberfläche der undurchdringlichen Finsternis meines Waldes ruht, und nur einzelne Strahlen sich in das innere Heiligtum stehlen, ich dann im hohen Grase am fallenden Bache liege, und näher an der Erde tausend mannigfaltige Gräschen mir merkwürdig werden; wenn ich das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen, unergründlichen Gestalten der Würmchen, der Mückchen näher an meinem Herzen fühle, und fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, das Wehen des Alliebenden, der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält; mein Freund! Wenn’s dann um meine Augen dämmert, und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meiner Seele ruhn wie die Gestalt einer Geliebten – dann sehne ich mich oft und denke : ach könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papiere das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, wie deine Seele ist der Spiegel des unendlichen Gottes! – mein Freund – aber ich gehe darüber zugrunde, ich erliege unter der Gewalt der Herrlichkeit dieser Erscheinungen.

Ich weiß nicht, ob täuschende Geister um diese Gegend schweben, oder ob die warme, himmlische Phantasie in meinem Herzen ist, die mir alles rings umher so paradisisch macht. Das ist gleich vor dem Orte ein Brunnen, ein Brunnen, an den ich gebannt bin wie Melusine mit ihren Schwestern. – Du gehst einen kleinen Hügel hinunter und findest dich vor einem Gewölbe, da wohl zwanzig Stufen hinabgehen, wo unten das klarste Wasser aus Marmorfelsen quillt. Die kleine Mauer, die oben umher die Einfassung macht, die hohen Bäume, die den Platz rings umher bedecken, die Kühle des Orts; das hat alles so was Anzügliches, was Schauerliches. Es vergeht kein Tag, daß ich nicht eine Stunde da sitze. Da kommen die Mädchen aus der Stadt und holen Wasser, das harmloseste Geschäft und das nötigste, das ehemals die Töchter der Könige selbst verrichteten. Wenn ich da sitze, so lebt die patriarchalische Idee so lebhaft um mich, wie sie, alle die Altväter, am Brunnen Bekanntschaft machen und freien, und wie um die Brunnen und Quellen wohltätige Geister schweben. O der muß nie nach einer schweren Sommertagswanderung sich an des Brunnens Kühle gelabt haben, der das nicht mitempfinden kann.

(Heinz Koops)

6. Jahrgang besucht Kalkriese

Das Wetter passte so gar nicht zur antiken Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr.: Während es damals geregnet haben soll, besuchten die 6. Klassen des Leoninums am bisher heißesten Tag des Jahres das Museum und den Park in Kalkriese.

kalkriese15aZuerst ging es für alle Klassen ins Museum, dann wurden vier Klassen über das Ausgrabungsgelände des antiken Schlachtfelds geführt. Besonderen Spaß hatte dagegen die Klasse 6 b, die “im kältesten Raum des Museums” Kleidungsstücke im Stil der alten Germanen und Römer ausprobieren durfte und viel Spaß dabei hatte.

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Erst vor wenigen Tagen war in Kalkriese die Sonderschau über Germanicus, der im Jahre 15 n. Chr. das Schlachtfeld besuchte und die Überreste der gefallenen römischen Soldaten bestattete, eröffnet worden. Dass Germanicus aber nicht immer ein “Superstar” war, zeigt dieser Ausschnitt aus dem Fries der Ara Pacis: Germanicus im Alter von drei Jahren an der Hand seiner Mutter.

“Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung”

Der 8. Mai 1945 spielt natürlich auch im Geschichtsunterricht eine Rolle. Doch wie gehen – gerade jüngere – Schülerinnen und Schüler heute mit diesem Datum der deutschen und europäischen Geschichte um? Eine 6. Klasse besuchte den Handruper Friedhof, wo auf der Grabplatte von P. Heinrich Middendorf das jüdische Sprichwort “Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung” zitiert wird. P. Middendorf wird in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als “Gerechter unter den Völkern” verehrt, weil er im Holocaust jüdisches Leben gerettet hat. Dass es keine “Stunde Null” gegeben hat und die Ereignisse, die zum 8. Mai 1945 geführt haben, nicht vergessen werden dürfen, besprachen die Schülerinnen und Schüler vorher und anschließend.

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Kriegsende 1945

Heute vor genau 70 Jahren, am 8. Mai 1945, endete der Zweite Weltkrieg in Europa; der nationalsozialistische Vernichtungskrieg hatte weite Teile des Kontinents zerstört und über 55 Millionen Menschen das Leben gekostet. Noch in den letzten Kriegstagen kam es zu einem Bombenangriff auf Handrup. Weil in der Zwischenzeit im Gebäude der Schule bzw. des Klosters eine Funkstation der deutschen Wehrmacht untergebracht worden war, griffen die Alliierten die Stellung an und fügten den Gebäuden schweren Schaden zu. Einen Tag später kam es zusätzlich zu einem Beschuss der beschädigten Trakte durch deutsche Artillerie von Haselünne aus. Durch diese Angriffe wurde z. B. die Kirche so stark beschädigt, dass sie ein Jahr lang nicht mehr benutzt werden konnte. Die Schule selbst war bereits wenige Monate vor Kriegsbeginn, im April 1939, von der nationalsozialistischen Regierung geschlossen worden. 1941 musste der Orden seinen gesamten Besitz dem Staat übergeben. Nach Kriegsende dauerte es noch ein Jahr, bis am 4. Mai 1946 die britische Militärregierung dem Herz-Jesu-Kloster Handrup die Wiedereröffnung seiner Schule erlaubte.

Helfen schmeckt gut!

Am Montag, dem 4. Mai, verkauften Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 d in den beiden großen Pausen auf dem Schulhof leckeren Kuchen. Der Andrang war groß und alle Einnahmen gehen an die Katastrophen-Hilfe. Damit noch mehr geholfen wird, soll es auch noch einen Benefiz-Abend für die Erdbeben-Opfer in Nepal geben. Vielen Dank allen Spendern, Helfern und Beteiligten.

Katastrophen-Hilfe für Nepal

Am vorigen Wochenende traf ein schweres Erdbeben den Himalaya-Staat Nepal, eines der ärmsten Länder der Erde. Alle Welt schaut hin, viele helfen und spenden – darunter auch die Klasse 5 d des Leoninums: Am kommenden Montag verkaufen die Schülerinnen und Schüler in den beiden großen Pausen auf dem Schulhof Kuchen. Alle Einnahmen gehen als Hilfe an die Erdbeben-Opfer. Da lohnt es sich schon mal, kein Pausenbrot mitzunehmen und stattdessen diese tolle Aktion zu unterstützen!

“Fundsache” Ägypten

Im Durchgang zwischen der Aula und dem Roten Bau – neben der Vitrine mit den Fundsachen – entsteht zur Zeit eine kleine Ausstellung über das alte Ägypten. Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 5 b präsentieren dort selbst gebastelte Modelle und Wandzeitungen/Plakate, die im Rahmen ihres Geschichtsunterrichts entstanden sind und noch angefertigt werden.

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Schülerpreis der Emsländischen Landschaft

Viele lobende Worte für die beiden Handruper Beiträge gab es bei der Verleihung des in diesem Jahr zum ersten Mal ausgeschriebenen “Schülerpreis der Emsländischen Landschaft für Kultur und Geschichte”. Stilvoll fand die Veranstaltung in der “guten Stube” des Emslands, im Schloss Clemenswerth in Sögel, statt. Eine Handruper (Fach-)Arbeit beschäftigte sich mit den Auswirkungen des 1. Weltkriegs auf das Emsland. Zwar reichte es unter den insgesamt zehn eingereichten Arbeiten nicht zum ersten Platz, doch über Buch- und Geldpreise können sich alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler des Leoninums freuen. Dabei konnte man gewiss nicht erwarten, dass eine Arbeit, die im 8. Jahrgang entstanden ist, bei einem Wettbewerb, der für die Sekundarstufe II (!) ausgeschrieben war, würde mithalten können. Dennoch wurde diese Arbeit mit einem Geldpreis honoriert. Das ist gewiss Ansporn, auch beim nächsten Mal wieder dabei zu sein! Urkunde1

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