Arzt, Streetworker oder Künstler? – 7. Berufsinformationstag am Gymnasium Leoninum in Handrup

Arzt oder Künstler, Finanzexperte oder Streetworker? Vier Berufsbeispiele, vier von vielen, die beim 7. Berufsinformationstag im Gymnasium Leoninum in Handrup Schülern der zehnten und elften Jahrgänge vorgestellt wurden. Nicht in Form von Infobroschüren oder Ähnlichem, sondern von den Berufsvertretern selbst.

Wie schon in den vergangenen Jahren wurde auch dieser Infotag für die jungen Leute vom Rotary Club Lingen unterstützt. Einige Rotarier haben ebenfalls am Leoninum Abitur gemacht und geben ihre beruflichen Erfahrungen an die künftigen Abiturienten weiter.

Gemeinsames Ziel sei es, den Schülern Entscheidungshilfen bei der Berufswahl an die Hand zu geben, hieß es vonseiten der Schule. Entsprechend mit Fragen „gelöchert“ wurden die Berufsvertreter. Damit vom vielen Reden der Mund nicht trocken wurde, gab es zwischendurch reichlich Kaffee und Wasser. Ein gemeinsames Mittagessen bildete den Abschluss des Tages, der mit einem Referat von Arnold Krämer von der BIT 2013 - Arnold KrämerLandwirtschaftskammer Niedersachsen begonnen hatte. Krämer sprach über die Entwicklung der Agrarstrukturen im Emsland. Die landwirtschaftlich geprägte Region bietet natürlich auch in diesem Bereich Arbeitsplätze an. Krämer sprach von einem „spannenden, aber nicht unproblematischen Wirtschaftszweig“. Der Experte verwies auf kontroverse Debatten über Massentierhaltung und Biogasanlagen und beschrieb einen enormen Schrumpfungsprozess. Während es 1971 in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim noch 12 502 Höfe gab, waren es im Jahr 2010 nur noch 3229.

(Lingener Tagespost, Ausgabe vom 08. März 2013, Seite 15, Ressort Lokales)

 

Gut vorbereitet für den Einstieg ins Berufsleben: 7. Assessment Center (AC) am Leoninum

Die Bedingungen und Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes haben sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. So hat sich in vielen Bereichen besonders der Einstieg ins Berufsleben als besonders schwierig herausgestellt und die Berufseinsteiger finden häufig nicht den direkten Zugang zu ihrem Beruf. Dies hat sicherlich verschiedene Ursachen und das Leoninum möchte für seine Schüler die besten Voraussetzungen schaffen, einen guten Einstieg ins Berufsleben zu erhalten.

AC-2013-DSCI0178Aus diesem Grunde fand am vergangenen Freitagnachmittag (08.03.2013) das siebte sogenannte Assessment Center (AC) statt, an dem 31 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 u. 11 teilnahmen. Das Assessment Center ist eine mittlerweile obligatorische Form des betrieblichen Auswahlverfahrens für Ausbildungsplätze höheren Niveaus, in dem mehrere Vertreter eines Betriebes einen Kandidaten beobachten, beschreiben, beurteilen und einschätzen, um auf der Basis eines vorgegebenen Anforderungsprofils die Eignung für eine konkrete Aufgabe bzw. Stelle festzustellen.

Das Gymnasium Leoninum Handrup bietet seinen Schülerinnen und Schülern das AC in Zusammenarbeit mit der Barmer GEK und der Volksbank Süd-Emsland an.Ein sehr herzliches Dankeschön gilt wie in den vergangenen Jahren den Herren Udo Schulz und Giesecke von der Barmer GEK und Herrn Richard Niermann von der Volksbank Süd-Emsland. Von Seiten der Schule begleitet Frau Roswitha Zapf seit vielen Jahren das AC. Auch ihr ein sehr herzliches Dankeschön.

Finanzexperte: Schulden nicht mit Schulden bekämpfen – Ulrich Stockheim beim 30. Handruper Forum

Finanzexperte greift unangenehme Fragen zur Euro-Krise auf

Zum Referenten:
Ulrich Stockheim, Finanzexperte

„Ein ungutes Gefühl der Ahnungslosigkeit und des Ausgeliefertseins macht sich angesichts der europäischen Staatsschuldenkrise breit.“ Die einführenden Worte von Franz-Josef Hanneken, Schulleiter des Gymnasiums Leoninum, drückten am Montagabend beim 30. Handruper Forum das aus, was wahrscheinlich viele Menschen in Europa empfinden. Gastredner und Finanzexperte Ulrich Stockheim begann seinen Vortrag mit der Schilderung seiner Autofahrt von Düren in das frühlingshafte Emsland: „Man hat den Eindruck, die Welt ist hier noch in Ordnung. Ist das richtig, hier heute mit der Schuldenkrise zu kommen?“ Stockheim tat es dann doch. „Mir geht es darum, die Sachzusammenhänge zu erklären“, begründet er, warum er die unangenehmen Fragen zur Euro-Krise immer wieder aufgreift.

Der Untertitel des Handruper Forums lautete schließlich: „Was uns heute verschwiegen wird – wer die Zeche wirklich zahlt.“ Daher galt es, zunächst einmal ein paar grundsätzliche Fragen zu klären. Was ist der primäre Zweck des Euro?

Der Finanzexperte Ulrich Stockheim beim 30. Handruper Forum.
Der Finanzexperte Ulrich Stockheim beim 30. Handruper Forum.

Primär sei der Euro ein Zahlungsmittel, aber die Politiker wollten mit ihm die Einheit Europas erreichen, sagte Stockheim. Daher würden auch immer pathetische Worte gebraucht, wenn Politiker über den Euro sprächen. Merkel sage: Euro = Europa = Frieden. Dagegen möge doch keiner etwas sagen. Für ihn sei dies vor allem geschickte Rhetorik, um die Menschen zu beschwichtigen, statt die Konstruktionsfehler der europäischen Währungsunion zu beseitigen.

Die Verschuldung macht den Worten des Referenten zufolge etwa 100 Prozent des Bruttosozialproduktes in der Euro-Zone aus. Um die Schuldenquote zu senken, gebe es vier Mittel. Eins: Man könne den Schuldenstand eines Staates senken. Dies passiere quasi nie, und wenn dies geschehe, wie in Griechenland, folge ein massiver Rückgang des Bruttoinlandsproduktes auf den Fuß. Zwei: Ein Schuldenschnitt (teilweiser Schuldenerlass) könne beschlossen werden. Eine äußerst unpopuläre Maßnahme, die daher so gut wie nie ergriffen werde. Drei: Das Bruttoinlandprodukt könne gesteigert werden. Stockheim warnte davor, dies blauäugig zu sehen. „Deutschland ist ein schönes Haus. Doch was nützt dies dem Hausbesitzer, wenn die Nachbarschaft verfällt? Dann ist die Wohnlage schnell unattraktiv, und der Wert des eigenen Hauses sinkt genauso schnell“, versinnbildlichte er, dass die Deutschen im Moment noch auf einer Insel der Seligen leben. Vier: Das Preisniveau müsse steigen. Oder anders gesagt: Der Geldwert müsse sinken.

„Die Inflation ist das beste Mittel für eine Regierung, die Schulden herunterzufahren“, war sich Stockheim sicher. Die Inflation werde kommen. „Das Problem: Keiner will sich damit befassen, weil keiner weiß, was er tun kann“, kritisierte der Experte. Seine Forderungen an die Politik: Vernebelungen sein lassen, die Notenbank an die Kette legen, Schulden nicht mit weiteren Schulden bekämpfen.

Stockheim plädierte abschließend für die Idee eines vereinigten Europa, das mehr sei als nur eine Währungsunion.

(Lingener Tagespost/Ausgabe vom 06. März 2013 / Ressort Lokales)

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Weltfrauentag: Musikalisches Kabarett mit Elisabeth Tondera und Rainer Rohe

Sonntag, 10. März 2013, 15:00 Uhr

Aula des Gymnasiums Leoninum Handrup, Hestruper Straße1

zum Weltfrauentag „Damenwahl“

damenwahl

Musikalisches Kabarett mit Elisabeth Tondera (Gesang, Rezitation) und Rainer Rohe (Klavier, Gesang, Rezitation)

Wie ist es dazu gekommen, dass Angela Merkel die erste Kanzlerin Deutschlands geworden ist? Warum sind Küche und Kindererziehung weiterhin fast ausschließlich in Frauenhand? Warum tanzen Männer nicht mehr? Wer entscheidet eigentlich über das nächste Urlaubsziel? Wer hat die alarmierende demographische Entwicklung verschuldet?

Genussvoll zelebrierte Ironie, geschliffen formulierter Spott, hintergründiger Witz kennzeichnen das Programm. Das Duo präsentiert Lieder von Hugo Wiener, Friedrich Hollaender, Udo Jürgens u.a. sowie eigene Lieder und satirische Texte.

Das Publikum kann sich auf einen Nachmittag mit viel Kurzweil, Un- und Tiefsinn freuen.

 Eintritt: Schüler 5,– €, Erwachsene 10,– €

Kartenverkauf: 

Samtgemeinde Lengerich, Bürgerbüro Tel.: 05904-93280
Gleichstellungsbeauftragte der SG Tel.: 05904-963461
und an der Tageskasse

Theater der Nationen in Handrup

Schüler von drei europäischen Gymnasien zusammen auf einer Bühne

„Captured in Paradise“, so lautet der Titel eines Theaterstücks, das in Handrup seine Premiere feierte. Das Besondere daran: Es verdankt seine Entstehung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von Schulen aus drei Ländern. Im Rahmen eines Comenius-Projektes unter dem Thema „Die griechischen Wurzeln unserer Kultur“ hatten Schülerinnen und Schüler des Don Bosco Gymnasiums im polnischen Sosnowiec, des Juvennat in Bergen op Soom (Niederlande) und des Gymnasiums Leoninum in Handrup das Theaterstück geschrieben und einstudiert.

Am Theaterstück „Captured in Paradise“ wirkten Schülerinnen und Schüler aus drei Nationen mit. Hier die Niederländer, die den zweiten Akt gestalteten.

Jede der Gruppen hatte einen Akt konzipiert, bevor die Teile nun in Handrup zu einem Stück zusammengeführt wurden. Die Darsteller agierten dabei in ihrer jeweiligen Landessprache. Während die polnische Gruppe aufzeigte, dass es sich bei Tyrannei nicht allein um ein politisches Thema handelt, sondern um ein Phänomen, das auch Familien betreffen kann, verlegten die niederländischen und deutschen Schüler ihre Szenen auf eine Insel. Im zweiten Akt zeigten die niederländischen Schüler den Kampf der dort Gestrandeten in einem aristokratischen System, während die Darsteller des Gymnasiums Leoninum den doch teilweise mühevollen Weg zur Demokratie nachzeichneten.

Schulleiter Franz-Josef Hanneken begrüßten alle Anwesenden in ihren jeweiligen Landessprachen und unterstrich, dass mit dem Theaterstück „etwas Tragfähiges herausgekommen“ sei, gehe es „über alle Grenzen hinweg mit den Wurzeln unserer Kultur nicht nur um ein gemeinsames Gewordensein, sondern um das, was uns als Wertegemeinschaft verbindet, ja begründet.“ Sein Dank galt in besonderer Weise den Schülerinnen und Schülern sowie den begleitenden Lehrkräften, aus den Niederlanden Ward Warmoeskerken und Dirk Klijs, aus Sosnowiec Maria Krotla und Dorota Domagal sowie Meik Matzki und Dr. Thomas Kock aus Handrup.

Die Beteiligten am Comeniusprojekt.Unmittelbar nach dem Ende der mit langem Applaus bedachten Aufführung machten sich alle Beteiligten auf den Weg, um das Stück in Bergen op Soom und danach in Sosnowiec aufzuführen. „Captured in Paradise“ bildet einen wesentlichen, aber nicht den einzigen Baustein des aktuellen Comeniusprojektes. Im Frühsommer wird es in Handrup ein an die Olympischen Spiele der Antike angelehntes Sportfest geben. Schülerinnen und Schüler der beteiligten Gymnasien werden in Disziplinen wie Diskuswurf oder Standweitsprung gegeneinander antreten.

(Hermann-Josef Rave)

“Captured in Paradise” feiert erfolgreiche Weltpremiere

Überzeugende Aufführungen des gemeinsamen Theaterprojekts der Schulen in Bergen op Zoom, Sosnowiec und Handrup

„Es war ein sehr aufwändiges Projekt, aber es hat sich wirklich gelohnt“, waren sich am Ende alle Teilnehmer der Theatertournee im Rahmen des Comeniusprojektes einig. Drei Aufführungen des von den Schülern geschriebenen Theaterstücks „Captured in paradise“ standen in der letzten Woche auf dem Programm – das Besondere daran war, dass die Aufführungen in allen drei Partnerschulen stattfanden.

Begonnen hat die Tournee am vorletzten Sonntag in Handrup. Gegen Abend erreichten jeweils zehn Schülerinnen und Schüler aus dem Juvenaat in Bergen op Zoom und aus dem Don Bosko-Gymnasium aus Sosnowiec mit ihren zwei begleitenden Lehrern das Emsland. Die Schüler wurden jeweils in Gastfamilien untergebracht und bereits am Montag standen die gemeinsamen Proben auf dem Programm.

Das Stück ist Teil des diesjährigen Comeniusprojekts mit dem Ziel, die Zusammenarbeit der drei Partnerschulen zu fördern. Als Obertitel hatten die Schulen das Thema „Die griechischen Wurzeln unserer Kultur“ gewählt und in dem Theaterstück ging es darum, die Herrschaftsformen Tyrannis/Monarchie, Aristokratie und Demokratie zu veranschaulichen.

Dazu haben die Schüler ein gemeinsames Theaterstück mit dem Titel „Captured in paradise“ verfasst. Drei Gruppen landen nach einem Unglück mit einem Kreuzfahrtschiff auf einer unbewohnten Insel. Es bilden sich drei Gruppen, die sich sprachlich nicht mit einander verständigen können. Die erste Gruppe (die polnischen Schüler) versuchen eine Diktatur auf der Insel zu errichten, die zweite Gruppe (die niederländischen Schüler) hält sich selbst für privilegiert, also für die „Besten“, und sie versuchen, in kleinen Verbänden zu überleben. Die dritte Gruppe (die deutschen Schüler) entscheiden am Ende, dass eine Flucht von der Insel unmöglich ist und dass man ein gemeinsames Dorf errichten soll, um dort die Entscheidungen gemeinsam zu treffen. In einer letzten Szene schließen sich alle drei Gruppen zusammen, nachdem sie feststellen, dass sie sich auf Englisch verständigen können, und wählen als Staatsform die Demokratie.

Das Grundgerüst stand damit vor den ersten Proben fest, aber gerade die gemeinsamen Szenen am Anfang und am Ende mussten noch einstudiert werden. Bis zum Abend stand die Aufführung und das Stück konnte am Dienstagmorgen in Handrup eine umjubelte Premiere feiern.

Vom Leoninum standen Edward Bechthold, Nele Fickers, Lea Gerads, Ina Focks, Daniel Küthe, Julian Engel, Kim Ngo und Christopher Vissmann auf der Bühne. Für die Technik zeichneten Hannes Wübbel und Senthuran Thavarajah verantwortlich. Beeindruckend war auch die Soundcollage zu Beginn, die den Untergang des Schiffes akustisch verdeutlichte und  die von Laura Dühne und Lisa Johannsmeyer gestaltet worden war.

Am Dienstagmittag ging es mit dem Bus weiter nach Bergen op Zoom, wo die Aufführung am Mittwoch wiederholt wurde. Danach stand der anstrengendste Teil der Tour auf dem Programm. Mit dem Bus ging es 18 Stunden lang über Nacht von Bergen nach Sosnowiec, wo die Gruppe am Donnerstag eintraf. Für die Aufführung in Polen hatten sich die polnischen Schüler eine besondere Überraschung ausgedacht. Die Musik, die bisher vom Band kam, wurde hier live von einer Band gespielt, was die Wirkung natürlich noch einmal deutlich verstärkte. Als Running Gag kam darüber hinaus ein hölzerner Flamingo zum Einsatz, den die Schüler am Abend vorher aus einer Diskothek ausgeliehen hatten und der im Stück nicht nur von den Niederländern als Haustier besonders verehrt, sondern auch von den deutschen Schülern geköpft und verspeist wurde. Natürlich wurde der Flamingo aber nach der Aufführung zu seiner Herde in den Club zurückgebracht.

Am Samstag stand noch ein Ausflug nach Krakau auf dem Programm, wo man die Kathedrale, die Tuchhallen, aber auch die Einkaufsstraßen bei allerdings eisigen Temperaturen besichtigte. Sonntags kam dann die Zeit des Abschieds, mit dem Flieger ging es von Kattowitz aus zurück in die Heimat. Hier allerdings noch ein wenig Aufregung: Frankfurt war aufgrund der Witterung schon gesperrt, das Flugzeug nach Dortmund flog aber glücklicher Weise noch und so kam die deutsche Gruppe gegen 20 Uhr heil und müde in Handrup wieder an.

„Es war ein Abenteuer, aber es hat sich gelohnt“, so das Fazit.

(Dr. Thomas Kock)

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